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Sehenswerte Architektur mit neuer Funktion

Nach fast 60 Jahren erhielt das Haus am Theaterplatz 1987 eine neue Funktion und wurde zur Theaterpassage Essen. Die Geschichte des Gebäudes erzählt Autor Holger Krüssmann in seinem Kultur-Pfadfinder-Buch, aus dem wir hier zitieren:

„Auf der dem Deutschlandhaus gegenüberliegenden Seite des Hirschlandplatzes präsentiert sich das von Georg Metzendorf 1928 bis 1930 erbaute HAUS AM THEATERPLATZ (heute: THEATERPASSAGE) als langgestreckter, fünfgeschossiger Baukörper. Metzendorf konnte mit dem Bau zwar nicht die beabsichtigte Symmetrie zweier Hochhäuser herstellen, doch gilt die Theaterpassage, von der nur noch die Außenansicht unverändert ist, als einer der schönsten Einzelbauten des ungemein produktiven Architekten und Planers.


Metzendorf entwickelte 1909–1913 den Stadtteil Margarethenhöhe als Gartenstadt für Kruppsche Angestellte und entwarf mit seinem Partner Jakob Schneider Brücken, Wohnhäuser, Kliniken, Kirchen und Verwaltungsbauten: u.a. auch das Haus des Ruhrverbandes in Essen-Süd und 1929 die im Krieg zerstörte, frühere Stadtbücherei an der Hindenburgstraße. Der Bau zwischen Hirschlandplatz und Rathenaustraße entstand als ein Gemeinschaftsprojekt des Kaufhauses „Eintracht“, des Möbelhauses Kramm, des Vereins „Haus der Technik“ und der Essener Sparkasse, für deren Hauptstelle Metzendorf im Haus auch das Innendesign im Stil der Neuen Sachlichkeit entwarf. Bemerkenswert ist die unterschiedliche Fassadengestaltung je nach Blickrichtung. Ein schlanker Spitzerker prägt den Turmaufsatz der alten Sparkasse, teils zurückspringende Etagen nehmen dem Baukörper auf den Längsseiten die Wucht, die vertikal strukturierte Fensterfront am Hirschlandplatz mildert die Dominanz der Horizontalen. Zur Kapuzinergasse unterstützen Auskragungen über mehrere Etagen den Eindruck von steil aufragender Höhe. Die Vielteiligkeit folgte dem Bedürfnis der Partner nach individuellem Außenauftritt und ist vom Architekten in einem Bau stimmig zusammengefaßt. An der Nordwestecke des Komplexes (Rundturm) wurde ein bestehendes Fabrikgebäude geschickt integriert.“

(Auszug mit freundlicher Genehmigung des Autors Holger Krüssmann, Essen)